Glückskekse und Neujahrsbrezel gehören zu Silvester wie Kartoffelsalat zu Weihnachten. Ich hätte jetzt gerne Tannenbaum geschrieben. Aber seit meine Schwester von zu Hause ausgezogen ist, nimmt das meine Mama mit dem Weihnachtsbaum leider nicht mehr ganz so ernst. Das mit den Glückskeksen hingegen schon. Und ich auch. Das Beste daran? Na klar! Die Sprüche! Wer jetzt behauptet, neeee, der Keks, der lügt ... Ist schließlich einfach nur ein Keks. Auch wenn er selbst gebacken doch ganz lecker schmeckt. Gekaufte Glückskekse sind nun ja ... nicht sooo gut.
Ich habe die letzten Jahre auf jeden Fall immer selbst gebacken. Hat nicht nur den Vorteil von leckeren Keksen. Sondern auch von ganz besonderen Sprüchen - lustig, lieblich, freundschaftlich, familiär oder nachdenklich. Auch auf Kinder und Motivation kannst du eingehen. Du entscheidest, was deine Gäste zu lesen bekommen. Und aufgepasst - jetzt kommt der TV-Show-Spruch - wir haben da mal was vorbereitet: unsere Vorlage für dich zum Ausdrucken.
Warum bringen Glückskekse Glück?
Beim Chinesen gibt es Glückskekse das ganze Jahr über. Dabei kommen jene Plätzchen gar nicht aus China. Sondern aus Japan. Was es genau mit den Keksen auf sich hat, hat bis heute leider niemand so richtig herausgefunden. Wie sie es aber nach Amerika und dann nach Europa geschafft haben, das weiß man. Grund dafür waren nämlich asiatische Einwanderer, die den Glückskeks Anfang des 20. Jahrhunderts mit nach Kalifornien brachten. Damals noch mit Sprüchen aus der fernöstlichen Philosophie. Heute mit allem, was dir gefällt - geheime Nachrichten, Zitate, eine Weisheit oder ein persönlicher Wunsch.
Landläufig sagt man, dass die Form an Mondkuchen erinnern soll. Ein Gebäck, das zu vielen Anlässen Chinas gebacken wird. Im 13. und 14. Jahrhundert soll die direkte Kommunikation aufgrund gesellschaftlicher Umstände ziemlich schwer gewesen sein. Die Lösung war also, kleine Botschaften in jenen Küchlein zu verstecken. Und von Stamm zu Stamm zu bringen.
Was auch noch Glück bringt, sind die Neujahrsbrezel und Glücksschweine. Die gibt es aber beide erst am Neujahrsmorgen. Du kannst dein Glück also auf zwei Tage ausweiten. Sozusagen verdoppeln.
Wie macht man Glückskekse?
Für Glückskekse braucht es nicht viel: Butter, Eiweiß, Puderzucker und Mehl. Bevor es aber an das Zusammenrühren geht, solltest du Kreise im Durchmesser von 8 cm auf Backpapier malen. Die dienen dir später als Vorlage. Dann die Zutaten miteinander verrühren und teelöffelweise auf die Kreise geben. Mit einem Messer glatt streichen und im heißen Ofen backen.
Wichtig ist, dass du nicht mehr als 3 Kreise auf das Backpapier zeichnest - auch wenn theoretisch mehr drauf passen würden. Nach dem Backen muss es nämlich schnell gehen. Und da kann jeder zusätzliche Keks das Ende bedeuten. Mehr dazu aber jetzt.
Wie faltet man Glückskekse?
Sobald du die Kekse aus dem Ofen nimmst, muss es schnell gehen. Ja, ich weiß, ich wiederhole mich. Aber hier entscheidest du tatsächlich über Sieg oder Niederlage.
- Den Spruch mittig auf den Keks legen.
- Eine Hälfte umklappen, sodass ein Halbmond entsteht.
- Den Keks auf ein Glasrand legen und die Enden nach unten klappen.
Noch ein Tipps, falls die Plätzchen per se nicht in Form bleiben wollen: Beim Auskühlen kurz mit einem Messer beschweren.
Das Rezept für deine Glückskekse
Wie bleiben Glückskekse knusprig?
Jetzt hast du den ganzen Tag in der Küche gestanden - gebacken und gefaltet - und am nächsten Morgen sind deine Kekse weich. Mein persönlicher Albtraum! Damit dir das nicht passiert, musst du deine selbst gebackenen Glückskekse natürlich richtig lagern. Und das geht am besten in einer einfachen Blechdose. Hier halten sich die Kekse bis zu 3 Monate.
Das Wichtigste zum Schluss: Glückskekse Spruch
Der Moment, wenn ihr in der Runde eure Sprüche vorlest - göttlich. Wie viele Tränen da schon geflossen sind - natürlich vor Glück. Und vor Lachen, weil sie so lustigen waren. Aber ja, ein einziges Mal auch, weil ich über so viel Liebe im Spruch so gerührt war. Weil einfach alles gestimmt hat, was auf dem Zettel stand. Und ja - ich habe mir jene Botschaft aufbewahrt. Liegt jetzt in meinem Skizzenbuch. Und manchmal, da schiele ich auch noch drauf. Einfach weil es mir das Gefühl gibt, dass ich alles schaffen kann. Als Motivation sozusagen.

P.s.: Die Zettel mögen auf den ersten Blick vielleicht zu klein aussehen. Sind sie aber nicht. Im Gegenteil. Sie dürfen keinen Zentimeter größer sein. Sonst wird das mit dem Falten ganz schön schwierig.
Glückskekse nach Lust und Laune aufpeppen
Weißt du, wie die Glückskekse noch besser werden? Indem du sie nach dem Formen pimps. Das sorgt gleich für einen Wow-Effekt und macht Lust sich einen Keks zu schnappen. Schmeckt obendrein auch oberlecker. Wie du die Kekse verzieren kannst? Indem du sie in helle oder dunkle Schokolade tauchst. Oder in Zuckerguss – egal ob klassischer oder gefärbter. Und dann kannst du losstreuseln:
- Zuckerperlen
- Schokostreusel
- Krokant
- Gehackte Nüsse
- Lebensmittelechter Glitter
Übrigens kannst du auch den Teig mit Lebensmittelfarbe einfärben und bunte Glückskekse backen.